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LaHaye, Tim; Ice, Thomas:

Countdown zum Finale der Welt.

Ein Bildführer zum Verständnis biblischer Prophetie

Dillenburg 2004, Christliche Verlagsgesellschaft
  Amerikanische Originalausgabe:
Charting the End Times.
A Visual Guide to Understanding Bible Prophecy
2001, Pre-Trib Research Center

Was dem Buch gegenüber dem Lexikon zur Endzeit an Umfang fehlt, das macht es durch wesentlich größere Anschaulichkeit und Übersichtlichkeit wett. Viel besser als jenes ist es dazu geeignet, sich einen Überblick über das Thema “Endzeitprophetie” zu verschaffen. In 50 kurzen, leicht verständlichen Kapiteln mit vielen grafischen Darstellungen führt es den interessierten Leser durch die wesentlichen Aussagen der Schrift. Dabei beschränkt es sich nicht auf die – prämillennialistisch interpretierte – Endzeitprophetie, es bietet auch Kapitel allgemeineren Inhaltes (etwa über die Bibel, Bundesschlüsse oder Haushaltungen (Dispensationalismus)).

Das Buch ist weder chronologisch noch wirklich systematisch gegliedert; mir jedenfalls erschließt sich die Abfolge der Kapitel nicht. Das ist aber kein wesentlicher Mangel, denn man wird das Thema, das einen interessiert, leicht im Inhaltsverzeichnis finden. Notfalls findet man den Einstieg aber auch über das zwar kurze, jedoch ausreichende “Themenregister” am Ende des Buches (Fehlanzeige allerdings auch hier bei den beim Lexikon zur Endzeit beispielsweise als fehlend bemängelten Jahrwochen).

Was leider fehlt, ist ein Bibelstellen-Register.

Die Übersichtlichkeit des Werkes musste natürlich dadurch erkauft werden, dass auch manches Relevante weggelassen wurde. So hätte das Buch Sacharja mit seinen Aussagen zum Kommen des Messias durchaus ein Kapitel wie 32 oder 33 (über Abschnitte in Hesekiel) verdient.

Was dagegen ohne Verlust hätte wegfallen können, ist das letzte Kapitel “Wie entscheiden Sie sich?” mit einem Bekehrungs-Gebet zum Nachsprechen. Solche Anleitungen sind von zweifelhaftem Wert, zumal wenn das Evangelium zuvor nur in wenigen Sätzen erklärt worden ist. Wenn es um die Errettung eines Menschen geht, halte ich das intensive Gespräch mit einem reifen Christen für erforderlich. Daher wäre es sicher besser gewesen, eine Kontaktadresse anzugeben oder anzubieten, Kontakte mit einer Gemeinde vor Ort herzustellen. Selbst das wäre wohl kaum nötig, denn diese Sorte Bücher wird  kaum von jemandem erworben werden, der nicht schon etwas vom Evangelium gehört hat oder in Kontakt mit einer Gemeinde ist.

Es liegt in der Natur von Büchern dieser Art, dass sie Ungenauigkeiten und Fehler enthalten, Aussagen, denen man nicht zustimmen können wird.

  • Es ist ein Charakteristikum von amerikanischen Werken, dass oft “Jewish” genannt wird, was im Deutschen “israelitisch” heißen müsste. So ist auf S. 71 die Rede von “144.000 jüdischen Zeugen”; dass sich diese “jüdischen Zeugen” aber aus allen Stämmen Israels zusammen setzen und nicht nur aus dem Stamm Juda, sagt Offenbarung 7,4 explizit.
  • Es ist erfreulich, dass die Personenkreise “Israel”, “Heiden=Nationen” und “Gemeinde” unterschieden werden (ein unbedingtes Muss, um in der Endzeitprophetie nicht den Überblick zu verlieren). Allerdings ist die Aussage “Bis zur Zeit Abrahams waren alle Menschen Angehörige der Nationen” im Kasten auf S. 56 nicht sinnvoll, denn bevor es “Israel” gab, gab es auch noch keine “Nationen”.
  • Überhaupt nicht nachvollziehen kann ich die Aussage “Darunter gab es Errettete wie Adam” im nächsten Satz desselben Kastens – Adam, der die Sünde in die Welt gebracht hat, errettet?!
  • Die Begründungen mancher Aussagen im Kapitel “26 Die Ewigkeit” scheinen mir sehr weit her geholt und wenig schlüssig zu sein; etwa dass mit 2. Petrus 3,10 (“ … an dem die Himmel vergehen werden mit gewaltigen Geräusch, die Elemente aber im Brand werden aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr werden verbrannt werden”)  “die Katastrophe (2. Vernichtung) gemeint ist, aus der eine von allen Schäden befreite Erde für das Tausendjährige Reich hervorgehen wird”.

Weil kein von Menschen geschriebenes Buch (schon gar keins über Endzeitprophetie) vollkommen ist, empfiehlt es sich – wie immer – auch hier, alle Aussagen kritisch und gründlich an der Schrift selbst zu prüfen, so viele gute Nachschlagewerke als möglich zu konsultieren und im Zweifelsfall einzugestehen, dass wir nicht auf alles eine eindeutige und abschließende Antwort bekommen können.

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